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aus: RUHRWORT Nr. 49 vom
08.12.2007
Die Bibel ‑ für Jugendliche verständlich
Essen: Ausstellung in der
Hauptschule Am Stoppenberg
Das Foto zeigt einen
jungen Mann, der den Betrachter nachdenklich anschaut.
Dazu ist die Bibelstelle Mt 24, 42 zu lesen: „Seid also
wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr
kommt." Dann folgen Gedanken, die erschüttern:
Maurice aus der 9b sei mit
15 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben. Er war ein
Jugendlicher, der noch viel vorhatte im Leben und nicht
ahnen konnte, dass er seine Pläne nie in die Tat würde
umsetzen können.
Es ist eine Station in
der Ausstellung „Sehnsucht nach..." in der Essener
Hauptschule Am Stoppenberg. Für jeden Tag im Dezember
bis zum Weihnachtsfest hängt in der Eingangshalle ein
solches Bild mit Bibelstelle und Text. Eine Art großer
Adventskalender, den die Schule gemeinsam mit dem
Theologen und Fotografen Christian J. Matuschek
konzipiert hat. Matuschek, dessen Arbeiten Vertreter der
Schule zum ersten Mal auf der Bildungsmesse "didacta" in
Köln gesehen hatten, erhielt von der Schule Bibelstellen
aus der Liturgie des Advents. Ausgesucht wurden diese
vom Arbeitskreis religiöse Bildung, der aus
Lehrern und Eltern besteht.
Der Künstler wählte
passende Fotos aus, der Arbeitskreis formulierte
anschließend Gedanken zu Bibelstelle und Bild. „Mitunter
sind Texte und Bild nicht auf den ersten Blick in
Einklang zu bringen“, sagt Schulleiter Reiner Düchting.
Doch durch die scheinbare Diskrepanz werde der Besucher
der Ausstellung herausgefordert. „Die Texte erhalten auf
diese Weise Brisanz, werden mit Leben gefüllt und besser
verständlich", betont Christian J. Matuschek, der
voraussichtlich im nächsten Jahr in Paderbom zum
Priester geweiht wird. Düchting ergänzt: „Christian
Matuschek hat uns geholfen, die Jahrtausende alten Texte
für unsere Schüler in ihre Zeit zu übersetzen'."
Die direkte
Zusammenarbeit mit dem Künstler setzt einen neuen Akzent
in der langjährigen Tradition der Schulausstellungen.
Immer um den ersten Advent werden sie in der Halle der
Schule eröffnet. Zu sehen waren dort unter anderem
bereits Arbeiten von Egon Stratmann oder Siger
Köder. Die diesjährige Ausstellung ist darüber hinaus
auch als Adventskalender im Internet unter
www.hsstoppi.de zu verfolgen.
Matuschek gestattet sich in der
Ausstellung mitunter auch ein Augenzwinkern. So suchte
er zu der Stelle „Machet die Tore weit..." (Jes 26,2)
das Bild einer Domkrypta aus, an deren Eingang ein
Schild mit der Aufschrift „Nur für Beter, Besichtigungen
unstatthaft“ hängt. Es lässt den Betrachter schmunzeln
‑ was jedoch nicht weniger zum Nachdenken anregt.
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