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Stoppenberger SchülerInnen auf dem Jakobsweg

Tagesbericht 25.03.2007 – Hornillos Del Camino

Seit heute morgen sind wir auf dem Pilgerweg nach Santiago De Compostela unterwegs.
Gestern gab es um 17.10 Uhr in Burgos ein großes „Hallo“. Nach zwei Tagen auf deutschen, belgischen, französischen und spanischen Autobahnen und Landstrassen war die LKW-Crew mit Material und Gepäck gegen 16.00 Uhr in Burgos eingetroffen. Unterwegs boten sich einige eher besorgniserregende Bilder von LKW, die im Schnee der vergangene Tage verunfallt waren und jede Menge Schnee im spanischen Bergland.
    

 Auch die Flug- und Zugreisenden bekamen diesen Eindruck während der Zugfahrt von Bilbao nach Burgos…( „nächster Halt: Saas Fee“).
Aber am Bahnhof von Burgos war dann alles zunächst vergessen und die Freude, die gesamte Pilgergruppe nun vereint zu sehen überwog.
Die erste Pilgerherberge in Burgos wurde bezogen. Ein einfaches Quartier mit Doppelstockbetten und wenigen aber sauberen Sanitäranlagen.
Nach einem gemeinsamen Stadtrundgang und einer gemeinsamen Mahlzeit (typisch spanisch: Döner, Pommes, Cola) war um 22.00 Uhr in der Herberge Ruhe angesagt. Tatsächlich ging das Licht automatisch aus und alle schliefen mit dem Gedanken ein, am nächsten Tag um 8.00 Uhr die Herberge räumen zu müssen (und das bedeutete bei Zeitumstellung noch mal eine Stunde weniger Schlaf).
Es lag eine gespannte Erwartung auf den ersten „echten“ Pilgertag über der Gruppe.
Heute also:
Um 6.30 Uhr geht der erste Wecker und nach dem beliebten Weck-

 

 

    
ruf „Aufgewacht die Sonne lacht“ pellt sich langsam jede und jeder aus den warmen Schlafsäcken.
Draußen ist es dunkel und ziemlich kalt. Aber der Himmel ist klar und am Horizont lässt sich die aufsteigende Sonne erahnen! Um 8.00 Uhr müssen dann die Schlafgemächer verlassen werden. Gepäck wird gestapelt und unser Freiluftfrühstückbuffet wird eröffnet. Es ist immer noch kalt und viele Finger tauen erst an einer warmen Tee- oder Kaffeetasse wieder auf.
Nachdem alles abgebaut und das Gepäck im LKW verstaut ist, geht es um 10.00 Uhr endlich los. Eine kurze Morgenrunde eröffnet den Tag und dann folgen wir gelben Pfeilen und Muschelsymbolen gen Westen.
Schnell liegt Burgos hinter uns und es geht auf breiten Lehmpfaden voran. Die Landschaft ist geprägt von Hügeln und landwirtschaftlicher Nutzfläche. Immer wieder weisen Schneefelder und gefrorene Pfützen auf die Temperaturen und Wetterverhältnisse der letzten Tage hin.
Nach Tardajos steigt der Weg sanft an und führt uns auf 925 Höhenmeter. Hier oben ist es ruhig und man hat bei mittlerweile strahlender Sonne und blauem Himmel gute Fernsicht.
Viele Hosenbeine sind schon per Reisverschluss verkürzt und einige Pilger bereits im T-Shirt unterwegs – so haben wir uns das vorgestellt!
Als Höhepunkt des Tages ist sicher eine spontane Schneeballschlacht auf den spanischen Höhen zu sehen zu der sich einige Pilger (Namen seien nicht genant…) hinreißen lassen.
Gegen 16.30 Uhr kommen wir dann am Etappenziel Hornillos del Camino an. Unser perfektes LKW-Team hat eine Unterkunft in einer Sporthalle organisiert und in brennender Nachmittagssonne könne die müden Füße gepflegt und der Teint entspannt gebräunt werden!
Stimmung hervorragend, morgen geht´s weiter! 
Markus Schumacher


Tagesbericht 26.03.2007 - Hornillos del Camino – Castrojeriz

Nach einer sehr kalten Nacht, in der uns großzügig zur Verfügung gestellten Turnhalle, wurden wir wie üblich von Schumis Weckruf „Aufgewacht, die Sonne lacht!“ um 8:00 Uhr geweckt. Da die Halle nicht beheizt war, trauten wir uns kaum aus unseren warmen Schlafsäcken heraus. Eifrig wurde das Frühstück vorbereitet und die Taschen für den LKW gepackt. Dank warmer Getränke und einem vielfältigen Frühstück war der Start in den Morgen angenehmer als am Vortag, obwohl dicke Wolken die Sonne versteckten. Es wurde gespült, der LKW beladen und der Müll entsorgt.
Schließlich versammelten wir uns zur alltäglichen Morgenrunde, beteten und erhielten Informationen über unseren Weg nach Castrojeriz. 21 Kilometer mit leichtem Schwierigkeitsgrad lagen vor uns und die Sonne setzte sich endlich gegenüber den Wolken durch. Nach dem schönen gestrigen Tag machten uns um 10:40 Uhr fröhlich auf den Weg. Karge bergige Landschaft sollte uns auch auf unserer heutigen Etappe begleiten.

Während ein Teil der Gruppe einen Abstecher zur bewirtschafteten Quelle‚ Fuente Hontanilla’ unternahm, machte sich der Rest der Gruppe schon auf den Weg zum ersten Treffpunkt, der Stadt ‚Hontanas’, was unsere Gruppe noch weiter auseinander dehnte. Diese tauchte nach einer langen Hochebene aus dem Nichts vor uns auf.
In der zweiten Hälfte des Weges folgten wir einer Staubstraße und schließlich einer asphaltierten Allee. Diese Landschaft war sehr öde und uns wurde mehrmals bewusst, dass wir diese Pilgerreise ungern in der brütenden Sommerhitze gemacht hätten. Am Kloster ‚San Anton’ warteten wir lange auf unsere zurückgebliebenen Mitpilger. Holger jedoch unterrichtete uns, dass wir zu lange auf die Anderen warten müssten und so machten wir uns auf den Weg zu unserer heutigen Unterkunft, erneut eine Turnhalle, die uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Der Bürgermeister ließ sogar ein Schild anbringen, auf dem er alle anderen Benutzer der Halle um Entschuldigung bat, dass die Halle heute nicht zu nutzen sei um einer Pilgergruppe Herberge zu bieten.
Dort waren wir froh angekommen zu sein und begutachteten unsere gelaufenen Blasen. Viele von uns versuchten unter den nur mäßig lauwarmen Duschen dem Muskelkater vorzubeugen und die verkrampften Glieder zu entspannen.


 

Während das Abendessen vorbereitet wurde suchten einige von uns die erste Telefonzelle seit langem und den nahe gelegenen Supermarkt auf. Erschöpft setzten wir uns alle zum Wurstgulasch zusammen. Endlich gab es auch frisches Obst und Gemüse. Die anschließende Abendrunde beendete unseren Tag für heute.
von Maren Boy und Melanie Haake