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Stoppenberger SchülerInnen auf dem Jakobsweg

Tagesbericht 02.04.2007 – von Mansilla de las Mulas nach León

Irgendwie hat sich dann ja doch mal alles eingespielt. Die Nummer mit dem Ein- und Ausladen des LKW klappt mittlerweile hervorragend und auch die täglichen Spülaufgaben müssen nicht mehr „zwangsvergeben“ werden…
Da denkse so könnte dat jetz weitergehen und dann kommt gestern: „Du Schumiiiii… da hat wohl jemand den Gasschlauch zu nah am Kocher verlegt. Kann man so´n Loch flicken???“ – NEIN kann man nicht!!!
Dann mal nachdenken woher man nun nen Schlauch zaubert – kann man ja mal auf den nächsten Tag vertagen…
Dann geht´s heute in Mansilla de las Mulas los und erst mal läuft alles wie gehabt. Kiespiste neben der Nationalstrasse kennen wir ja nun und auch etwas mehr Verkehr bringt mich gerade nicht aus der Pilgerruhe. Selbst der Wechsel der Fahrbahnseite sorgt nur für kurzen Ärger aber müssen diese Idioten innerorts in der dritten Reihe überholen und harmlosen Pilgern bald die Trinkflasche vom Rucksack fegen? Und müssen diese LKW uns ausgerechnet auf der Brücke mit einer maximalen Fußwegbreite von 60cm entgegenkommen?

 

 

Na ja es geht also durch den ersten (nicht sehr schönen) Ort und zu meiner großen Freude schlängelt sich nach einem erneuten Fahrbahnwechsel (und auch hier dürfen die 80 km/h schnell sein) der Weg weiter weg von der Fahrbahn durch die Hügel. So könnte es dann bis Leon weitergehen – haste gedacht Herr Schumacher…
Wir kommen in den Dunstkreis der Großstadt und passieren neben der Strasse ein Industriegebiet. Dann geht´s um einen Kreisverkehr und unterhalb beginnt die vierspurige Ortsumgehung von León. Der Weg führt hinab und – ja spinn ich denn – die Pfeile lotsen uns auf die andere Straßenseite. Hallo – ich soll mit 35 Jugendlichen eine autobahnähnlich ausgebaute Strasse ohne Ampel oder so etwas überqueren?! Da wartet man doch förmlich auf das Martinshorn, dass sich nähert und  signalisiert das weiter vorne doch was passiert ist! Aber was soll´s der Weg ist halt so und es muss ja weiter gehen.
Nach erfolgreicher Überquerung also weiter gegen den fließenden Verkehr im Strassengraben (Leitplanken gibt´s nur auf den ersten 5 Metern). Und da sacht meine Mama doch immer: „Junge spiel nich so nah anne Autobahn…!“
Naja, auch diese Abenteuer gelingt und am Treffpunkt vor den Toren Leóns sind alle vollzählig – wat ´n Glück!

Jetzt haben wir unsre heutige Herberge bezogen und hoffen etwas von den Feierlichkeiten der heiligen Woche mitzubekommen.
Ach ja mein Gasschlauch: Den gab´s nach Konversation mit Händen und Füßen in einer kleinen Caravanwerkstatt am Ortseingang von León und nach kurzer Reparatur kann unser Chefkoch jetzt wieder auf allen Rohren feuern…und diese Köstlichkeiten werde ich jetzt mal genießen gehen!

Bis die Tage, Euer Schumi


 
Tagesbericht 03.04.2007 - Von León nach Villar de Mazarife

Nun, auch heute Morgen, nach einer stickigen und warmen Nacht in einem Großschlafsaal, erfreuten unsere Ohren die liebenswürdigen Worte von Schumi.
Sein morgendlicher Elan und sein Esprit schaffen auch den letzten muffeligen Schläfer aus seinem Schlafgemach.
Um 08:00 h schaffte ich den Truck ran und hatte mit Händen und Füßen zu tun, der Politesse klar zu machen, dass ich doch zum Beladen an dem gelben Bordstein (Parkverbot) stehen bleiben kann. Denn die Albergue liegt tief, mitten in der historischen Altstadt in der Fahrverbot herrscht. Nachdem das Beladen zügig von sich ging und die Post mit mehr als 400 Postkarten geflutet war, fuhren wir, Lea, Holger und ich einkaufen.
Der zweieinhalbstündige Einkauf bescherte dem Truck 300 Kg Mehrgewicht in Form von Lebensmitteln und 100 Liter Mineralwasser.
Die Gruppe befand sich in der Zwischenzeit schon auf dem Camino und Holger musste noch dorthin verbracht werden.
Zwischen hektischen spanischen Großstädtern und verwirrenden Straßenschildern cruisten wir über die N-120. Kurz vor der Autobahn mussten wir sie verlassen, um über Schotterpisten und unbefestigten Dorfstraßen die Gruppe zu erreichen. Holger freute sich endlich aus der engen Kabine zu kommen und frische Luft um die Nase zu haben.
Nach unendlichen 35 Minuten auf den Dorf- und Feldstraßen erreichten wir die N-120, die uns unserem heutigen Ziel näher bringen sollte.
In Gesprächen mit Einheimischen schaffte es meine Beifahrerin und Dolmetscherin Lea, den Weg zu unserem Ziel zu erfragen.
Da wir schon seid einer Woche zusammen die Nachtlager / Orte suchen, haben wir uns auch daran gewöhnt, dass es kein links abbiegen von der Nationalstraße gibt und das Ortsnamen nicht an der Kreuzung angeschlagen stehen.
Auch heute erreichten wir den Ort nach Augen und Daumenmaß und fragten zielsicher nach der Herberge „Paraiso de Jesus“ – hier scheint alles willkommen, was Beine hat ;-)) (Mensch, Hund, Pferd).
Bei kühlen Getränken genießen wir die Nachmittagssonne und den Rest des Tages im Garten der Herberge, während einige unermüdliche noch das Dorf erkunden.
Die Truppe von Fußerkranken war mittlerweile so groß, dass sie schon mit dem Linienbus zum heutigen Ziel vorfuhren.
Für heute habe ich genug Staub gefressen und Kilometer gefahren …

Buen Camino

Der Trucker Michael