HAUPTSCHULE AM STOPPENBERG
   TAGESHEIMSCHULE DES BISTUMS ESSEN


  
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"Den Menschen Gott bringen "
(entn. der Homepage des Bistums Essen vom 10.11.2007 - www.bistum-essen.de)


  

  Die ersten Einsatzorte der neuen Diakone:
Dirk Rupprecht, 38 Jahre, verheiratet und Vater von drei Kindern, wird als Ständiger Diakon in der Bochumer Gemeinde St. Meinophus-Mauritius tätig sein. Der erste Einsatzorte von Stephan Westphalen, 38 Jahre und ledig, sind die Gemeinden St. Dionysius und St. Immaculata in Essen-Borbeck.  (dr)
 
Der Bischof von Essen, Dr. Felix Genn, weihte am Samstag, 10. November, im Essener Dom den Wattenscheider Dirk Rupprecht und den Essener Stefan Westphalen zu Ständigen Diakonen. Michael Nieder, der Bischöfliche Beauftragte für den Ständigen Dakonat, rief die Namen der Weihekanddaten. Mit der Antwort „Hier bin ich“ traten sie vor den Bischof und erklärten damit ihre Bereitschaft zum Dienst in der Kirche.

Die Weihekandidaten versprachen öffentlich, das Diakonenamt in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinen Priestern auszuüben, den Dienst der Verkündigung zu übernehmen und den Armen und Notleidenden zu helfen. Durch Handauflegung und das Sprechen des Weihegebetes weihte Bischof Genn die beiden Männer zu Diakonen. Die Heimatpfarrer legten ihnen die Stola und Dalmatik (das liturgische Gewand des Diakons) an, anschließend überreichte der Bischof den beiden Geweihten das Evangelienbuch. Zum Abschluss erteilte der Bischof sowie alle anwesenden Diakone ihnen als Zeichen der Gemeinschaft den Friedensgruß.

„Christus legt seine Worte in ihren Mund, in ihre Hände. Teilen Sie dieses Wort Gottes mit anderen Menschen“, rief Bischof Genn die beiden Diakone in seiner Predigt auf. Wer Gott und den Menschen dienen wolle, habe die Aufgabe, den Menschen Gott zu bringen. „Bilden Sie Gruppen, in denen das Wort Gottes geteilt wird. Dann bringen Sie Licht in die Welt“, so Genn. Die Gemeinden bat Genn, sich auf das Wort Gottes einzulassen. Genn: „Wir brauchen nicht nur Brot, sondern auch die Liebe und das Wort Gottes.“

Fotos: Nicole Cronauge

 

(Foto: R. Düchting)
 

 
Der folgende Artikel ist unserer Schulzeitung Nr. 60 vom Juli 2005 entnommen:
   


 

  
 

Mein Name ist Stefan Westphalen, Jahrgang 1969. Von 1980 bis 1986 habe ich die Hauptschule Am Stoppenberg besucht. In dieser Zeit fand auch der Neubau des Technikzentrums auf dem Schulhof statt. Ich habe immer noch sehr gut in Erinnerung, wie wir in diesen neuen Räumen im Technikunterricht bei Herrn Pütz alte Fahrräder überholt und wieder fahrtüchtig gemacht haben. Mich haben schon immer technische Dinge interessiert. So war für mich zur damaligen Zeit schon klar, dass ich einen technischen Beruf ergreifen möchte. Nach der 10. Klasse, die ich mit dem Hauptschulabschluss verlassen habe, begann ich eine 3½-jährige Ausbildung als Maschinenschlosser bei der Deutschen Bundesbahn. Wir waren die letzten, die diesen Beruf erlernt haben. Danach wurde das Berufsbild von der Indus trie- und Handelskammer umgewandelt. Heute werden diese als Industriemechaniker bezeichnet und ausgebildet.

Viele verschiedene Tätigkeiten umfasst dieser Beruf. So lernte ich schmieden, drehen, fräsen, schweißen und schneiden, sowie Elektrotechnik, Pneumatik, Hydraulik und auch die Verarbeitung von Kunststoffen; also nicht nur Metallverarbeitung. Die Ausbildung fand in acht verschiedenen Werkstätten der Eisenbahn statt: KFZ-Werkstatt für Busse und PKW, Wagenwerkstatt für die Reisezugwagen, Starkstrom und Steuerstrom für die Signaltechnik und Beleuchtung, Werkstatt und die Fahrleitungsmeisterei für die Oberleitung, um nur einige zu nennen. Meinen Realschulabschluss habe ich in der Berufsschule nachgeholt.  

Nach erfolgreicher Beendigung meiner Ausbildung zum Maschinenschlosser im Januar 1990, begann ich eine zweite Ausbildung zum Lokomotivführer bei der Deutschen Bundesbahn. Da keiner von unserem Ausbildungsjahr in seinem Beruf übernommen wurde, machte die Eisenbahn uns dieses Angebot, weil zu dieser Zeit Lokomotivführer händeringend gesucht wurden. Die Ausbildung dauerte 18 Monate und umfasste eine Ausbildung für jede Lokomotive, die man fahren sollte, mit anschließender Prüfung sowie dem Eisenbahnbetrieb mit seinen Signalen. Dieses ist mit der Straßenverkehrsordnung zu vergleichen, nur etwas komplexer.

Seit August 1991 bin ich jetzt im Fahrdienst bei der Dienststelle in Essen. In dieser Zeit habe ich schon sehr viel schöne Fahrten erlebt. Mehrmals habe ich Pressefahrten für die Eisenbahn durchgeführt, wobei die Medien zugegen waren wie Fernsehen, Radio und Zeitung.

Mit Einführung der zweiten Stufe der Bahnreform wurden die Lokomotivführer auf die einzelnen Transportbereiche aufgeteilt. Ich gehöre seit Januar 1998 zum Nahverkehr. Trotzdem habe ich immer noch sehr viel Abwechselung in meinem Beruf. Ich gehöre der so genannten Bereitschaftsgruppe an. Diese besteht aus 18 Personalen und ihre Aufgabe ist es, bei Unregelmäßigkeiten einen reibungslosen Betriebsablauf zu garantieren. Wir unterstehen direkt der Leitstelle NRW in Duisburg. Wir müssen einspringen, wenn Personale fehlen durch Krankmeldung, Witterungsschäden, Personenunfällen oder durch defekte Lokomotiven und Triebwagen.

Aber auch Sonderzüge werden von uns gefahren, ob Fußballsonderzüge oder Werkstattfahrten zu den Ausbesserungswerken. Jeder Lokomotivführer muss die Strecke kennen, die er befährt und für jede Lok eine Ausbildung mit Prüfung haben. Wir 18 Personale haben eine große Streckenkenntnis und Fahrzeugkunde. So fahren wir von Stuttgart bis Hamburg und von Aachen bis Berlin und Dessau. Außerdem bin ich der Gruppensprecher dieser Gruppe und mache die monatliche Dienstleitung und jährliche Urlaubsplanung. Ich gestalte den Dienstplan für den nächsten Monat unter Berücksichtigung aller Wünsche der Kollegen wie zusätzliche Freizeit oder Diensttausch. Das Schöne an meinem Beruf ist die Freiheit: Es steht keiner hinter einem und schaut einem auf die Finger. Natürlich hat jeder von uns eine sehr große Verantwortung. Übrigens sind noch zwei ehemalige Schüler von Stoppenberg  Lokomotivführer an der Einsatzstelle Essen: Martina Löbach und Stephan Hasse.
 

Neben dieser Arbeit habe ich im Januar 2003 ein Theologie-Studium begonnen. Ich studiere in der Woche zweimal abends von 18:30 Uhr bis 21:15 Uhr und ein bis zwei Samstage im Monat von 9:00 bis 17:00 Uhr am Diakoneninstitut in Köln. Da es sich für das Bistum Essen nicht lohnt, ein eigenes Institut zu unterhalten, hat es sich bei der Diakonenausbildung in Köln mit eingeklinkt. Wir sind insgesamt sechs Essener, die dort in unterschiedlichen Semestern studieren. So Gott will, werde ich dann im November 2007 von unserem Bischof in Essen zum ständigen Diakon geweiht.

In meinem Berufsleben taten sich viele Möglichkeiten auf, die ich erfolgreich gestaltet konnte. Dieses alles habe aber auch ich nur durch die Hauptschule am Stoppenberg geschafft. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich das alles erreicht habe.

Mit besten Grüßen

Euer Stefan Westphalen