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Mein
Name ist Stefan Westphalen, Jahrgang 1969. Von 1980 bis 1986 habe ich
die Hauptschule Am Stoppenberg besucht. In dieser Zeit fand auch der
Neubau des Technikzentrums auf dem Schulhof statt. Ich habe immer noch
sehr gut in Erinnerung, wie wir in diesen neuen Räumen im
Technikunterricht bei Herrn Pütz alte Fahrräder überholt und wieder
fahrtüchtig gemacht haben. Mich haben schon immer technische Dinge
interessiert. So war für mich zur damaligen Zeit schon klar, dass ich
einen technischen Beruf ergreifen möchte. Nach der 10. Klasse, die ich
mit dem Hauptschulabschluss verlassen habe, begann ich eine
3½-jährige Ausbildung als Maschinenschlosser bei der Deutschen
Bundesbahn. Wir waren die letzten, die diesen Beruf erlernt haben.
Danach wurde das Berufsbild von der Indus trie- und Handelskammer
umgewandelt. Heute werden diese als Industriemechaniker bezeichnet und
ausgebildet.
Viele
verschiedene Tätigkeiten umfasst dieser Beruf. So lernte ich schmieden,
drehen, fräsen, schweißen und schneiden, sowie Elektrotechnik,
Pneumatik, Hydraulik und auch die Verarbeitung von Kunststoffen; also
nicht nur Metallverarbeitung. Die Ausbildung fand in acht verschiedenen
Werkstätten der Eisenbahn statt: KFZ-Werkstatt für Busse und PKW,
Wagenwerkstatt für die Reisezugwagen, Starkstrom und Steuerstrom für die
Signaltechnik und Beleuchtung, Werkstatt und die Fahrleitungsmeisterei
für die Oberleitung, um nur einige zu nennen. Meinen
Realschulabschluss habe ich in der Berufsschule nachgeholt.
Nach
erfolgreicher Beendigung meiner Ausbildung zum Maschinenschlosser im
Januar 1990, begann ich eine zweite Ausbildung zum Lokomotivführer
bei der Deutschen Bundesbahn. Da keiner von unserem Ausbildungsjahr
in seinem Beruf übernommen wurde, machte die Eisenbahn uns dieses
Angebot, weil zu dieser Zeit Lokomotivführer händeringend gesucht
wurden. Die Ausbildung dauerte 18 Monate und umfasste eine Ausbildung
für jede Lokomotive, die man fahren sollte, mit anschließender Prüfung
sowie dem Eisenbahnbetrieb mit seinen Signalen. Dieses ist mit der
Straßenverkehrsordnung zu vergleichen, nur etwas komplexer.
Seit
August 1991 bin ich jetzt im Fahrdienst bei der Dienststelle in Essen.
In dieser Zeit habe ich schon sehr viel schöne Fahrten erlebt. Mehrmals
habe ich Pressefahrten für die Eisenbahn durchgeführt, wobei die Medien
zugegen waren wie Fernsehen, Radio und Zeitung.
Mit
Einführung der zweiten Stufe der Bahnreform wurden die Lokomotivführer
auf die einzelnen Transportbereiche aufgeteilt. Ich gehöre seit Januar
1998 zum Nahverkehr. Trotzdem habe ich immer noch sehr viel Abwechselung
in meinem Beruf. Ich gehöre der so genannten Bereitschaftsgruppe an.
Diese besteht aus 18 Personalen und ihre Aufgabe ist es, bei
Unregelmäßigkeiten einen reibungslosen Betriebsablauf zu garantieren.
Wir unterstehen direkt der Leitstelle NRW in Duisburg. Wir müssen
einspringen, wenn Personale fehlen durch Krankmeldung,
Witterungsschäden, Personenunfällen oder durch defekte Lokomotiven und
Triebwagen.
Aber
auch Sonderzüge werden von uns gefahren, ob Fußballsonderzüge oder
Werkstattfahrten zu den Ausbesserungswerken. Jeder Lokomotivführer muss
die Strecke kennen, die er befährt und für jede Lok eine Ausbildung mit
Prüfung haben. Wir 18 Personale haben eine große Streckenkenntnis und
Fahrzeugkunde. So fahren wir von Stuttgart bis Hamburg und von Aachen
bis Berlin und Dessau. Außerdem bin ich der Gruppensprecher dieser
Gruppe und mache die monatliche Dienstleitung und jährliche
Urlaubsplanung. Ich gestalte den Dienstplan für den nächsten Monat unter
Berücksichtigung aller Wünsche der Kollegen wie zusätzliche Freizeit
oder Diensttausch. Das Schöne an meinem Beruf ist die Freiheit: Es steht
keiner hinter einem und schaut einem auf die Finger. Natürlich hat jeder
von uns eine sehr große Verantwortung. Übrigens sind noch zwei ehemalige
Schüler von Stoppenberg Lokomotivführer an der Einsatzstelle Essen:
Martina Löbach und Stephan Hasse.
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