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Gemeinsame Herbstfreizeit für

Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums

Was erwartet uns, wenn wir aufgrund der späten Herbstferien erst in der letzten Oktoberwoche zur gemeinsamen Schulfreizeit aufbrechen? Wie wird es sein, zu dieser Zeit mit 58 Schülerinnen und Schülern sowie vier Begleitern auf zwei Segelschiffen in den Niederlanden unterwegs zu sein? Müssen wir mit eingefrorenen Häfen oder sogar einer Kollision mit Eisbergen rechnen J? Manch einer stellte sich all diese Fragen vor dem Start der Segeltour 2011 und es sei vorweggenommen: alles war toll, nichts ist passiert - wir hätten nie mit so viel Wetterglück gerechnet!

Wie schon häufiger begann unsere Reise am ersten Sonntag der Herbstfeien. Mit dem Bus fuhren wir zunächst zum niederländischen Hafen Harlingen, um dort die gecharterten Schiffe zu entern. In diesem Jahr waren die „Suydersee“ und die „Mare Marieke“ unser schwimmendes Zuhause.

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Bereits am Montagmorgen zeichnete sich ab, dass der Wind erheblich auffrischen sollte und der Segeltag am Dienstag evtl. den zu erwartenden hohen Windstärken zum Opfer fallen könnte. Also wurde verabredet, zunächst die Insel Terschelling anzulaufen. Hier würde sich auch für einen möglichen segelfreien Tag ein Programm anbieten lassen. Nach einer kurzen Einweisung in die wichtigsten Segelhandgriffe klappten Segelsetzen und Kreuzen sehr gut und die „Mare Marieke“ erreichte mit perfektem südöstlichen Wind bereits am frühen Nachmittag das Ziel. Wenig später lief auch die „Suydersee“ ein, deren Skipper sogar noch einen kleinen Ausflug zu den Robbenbänken ins Segelprogramm eingebaut hatte.

Gegen Abend wurde dann klar, dass wir tatsächlich den kommenden Tag auf Terschelling verbringen würden. An Segeln war bei Windstärke acht und neun nicht zu denken. Das kam vielen gar nicht so ungelegen, denn einige kannten die Insel bereits und wussten, was sie erwarten würde: Der gemeinsame abendliche Besuch der Inseldisco „OKA 18“ konnte bedenkenlos ins Programm aufgenommen werden. Wie nicht anders zu erwarten, gelang es den Stoppenbergern auch in diesem Jahr wieder, die Tanzfläche zum Beben zu bringen…Es sei deutlich gesagt, dass das nur zu ganz geringen Teilen an der Gewichtsklasse der beiden mitrockenden Schulsozialarbeiter lag!!!

   

 

        

  

    

Der Dienstag stand nach dem verdienten Ausschlafen im Zeichen von Wind und auch einigen Regentropfen. Trotzdem entschieden wir uns für eine Wanderung durch das Naturgebiet bis zu den Dünen der nördlichen Inselküste. Nach einem letzten, schweißtreibenden Anstieg auf den Dünenkamm eröffnete sich ein grandioser Blick auf die offene Nordsee und die sandigen Hügel luden viele zu waghalsigen Sprüngen und Purzelbäumen ein.

Am Mittwoch konnte dann endlich wieder gesegelt werden. Der Wind war wieder günstig und wir ereichten gegen Mittag die Insel Vlieland. Auf Anregung des Skippers der „Mare Marieke“ ließen wir uns spontan hinreißen, auch diese Insel ein wenig zu erkunden. Auf Vlieland verkehren zwei allradgetrieben, ehemalige Militär-Lkw, auf deren Ladefläche nun Sitzbänke befestigt sind. Im Sommer werden so z.B. Touristen von einer Fähre, die von der Nachbarinsel Texel kommt, abgeholt und über eine große Sandbank nach Vlieland gebracht. Einen dieser Trucks konnten wir chartern und so ging es bei großartigem Sonnenwetter zunächst einige Kilometer über die Sandstrände der Insel. Irgendwo wurde die Gruppe dann „ausgesetzt“ und durfte sich den Rückweg zum Hafen „erlaufen“. Zunächst legten wir aber am Strand eine Pause ein. Neben dem Genuss von Seeluft und Wind wurden umgehend auch die Vlieländer Dünen auf ihre Sprungtauglichkeit getestet. Es waren oft wirklich akrobatische Höchstleistungen, die die Schülerinnen und Schüler bei ihren Flügen in den Dünensand zeigten!

Nach diesem Erlebnis wurde der eineinhalbstündige Rückmarsch zu den Schiffen quasi zur Nebensache. Zumal man im einzigen Ort der Insel einen Zwischenstopp einlegen konnte.
 

Am Donnerstag ergaben sich gleich zwei Highlights: Trockenfallen und eine Nachtfahrt standen auf dem Programm. Der Wind war an diesem Tag deutlich abgeflaut und auch die Temperaturen waren erträglich. Die Skipper entschieden sich, die Schiffe auf einer Sandbank zu stoppen und dann bei ablaufendem Wasser auf dem Sand aufsetzen („trockenfallen“) zu lassen. Für alle bedeutete das eine willkommene Phase der Ruhe mitten auf dem Meer. Nach einigen Stunden des Wartens war es dann gegen 15.00 Uhr soweit. Das Wasser stand nur noch kniehoch und die ersten Freiwilligen durften die Schiffe via Leiter und Laufplanke verlassen. Es war ein stetiges Kommen und Gehen an den Bordwänden der Schiffe, die nur wenige Meter voneinander entfernt lagen. Gegen 17.00 Uhr war auch der letzte Wassertropfen verschwunden und jeder an Bord konnte trockenen Fußes das Schiff verlassen, übers Watt spazieren, Muscheln und Austern suchen oder sich im Schlick eingraben. Da man solche Möglichkeiten vor allem im Herbst nicht so häufig hat, wurde natürlich auch das obligatorische Gruppenfoto in diesem Jahr vor den Schiffen gemacht!

Erst weit nach Einbruch der Dunkelheit war wieder genug Wasser unter den Booten, um die Fahrt zu einem kleinen Anleger am Abschlussdeich fortzusetzen. Schon etwas spannend, wie der Skipper sich mit Hilfe des Maats im Bug und einer starken Handlampe orientieren musste. Auch dieses „Abenteuer“ überstanden wir und konnten nach dem Anlegen den letzten Abend an Bord genießen.

Am Freitag hieß es wie immer Schiffe aufräumen, packen, Gepäck von den Schiffen zum Bus bringen, usw. Zu unserer großen Freude konnten wir dies alles in diesem Jahr bei trockenem Wetter erledigen und während des abschließenden gemeinsamen Mahls in einer Harlinger Pommesbude (natürlich mit mindestens fünf Sternen...) gab sich sogar die Sonne erneut die Ehre.

Am Ende einer tollen und erlebnisreichen Woche sanken alle in die Bussitze und ließen sich mit vielen neuen Eindrücken nach Hause chauffieren.

Wir freuen uns irgendwann auf eine neue Segelfreizeit, im nächsten Jahr sind wir aber „…dann erst mal weg…“ auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

 

Markus Schumacher