HAUPTSCHULE AM STOPPENBERG
   TAGESHEIMSCHULE DES BISTUMS ESSEN


  
  Startseite
  SchülerIn >>

Zu den Berichten:

  Pilger-Startseite
  03./04.10.
  05./06.10.

  07./08.10
  09./10.10.
  11./12.10.
  13./14.10.
  15./16.10.
  17./18.10.
  19./20.10.
  21./22.10.

  23./24.10.
  25./26.10.
  27./28.10.
  Rückkehr

  Stoppenberger SchülerInnen auf dem Jakobsweg

Tagesbericht 17.10.2009: Rabanel del Camino – Ponferrada

(Text der Email: ... .... ein schoenes Wochenende aus Ponferrada, der Stadt der Templer Gruss Michael)

Heute haben wir  fast die 300km vollgemacht. ;)

Die erste der drei Bergetappen! Hoch zum Cruz de Ferro,  wir konnten aber leider nicht mit laufen.
Heute morgen wurden wir um 7 Uhr  geweckt und haben uns dick angezogen, da es im wahrsten Sinne des Wortes  ARSCHKALT (!!) war. Dann als Schumi meine Füße bzw. Blasen mit Panthenol und Pflastern versorgt hatte, beschlossen wir, dass ich(Rike) nicht laufen sollte. Das regte mich krass auf(!!). Also mit den anderen vier Fußkranken(Lukas B., Veronica, Lisa und Stephan)   Taxi fahren. Nachdem die Taschen vor das Tor der Herberge gebrachten worden waren, wurde erst mal lecker gefrühstückt!  Als wir beide(Lena und Rike) kamen war das Müsli aber schon leer. (Was aber nicht am mangelnden Müsli lag – Anm. des Rezensenten).  
Bei der Morgenrunde im kalten wurde ein Text von Lukas M. vorgelesen der uns alle stutzig machte. Dieser war total eindrucksvoll. Nach dem Vaterunser kam des „Buen camino“ und alle stapften los.
Die Gehandicapten durften noch eine Stunde auf das Taxi warten. Wir setzten uns ins Haus und lernten spanisch, in dem wir Wörter aufschrieben die Veronica uns übersetzte.   Um 10 Uhr sind wir wieder raus in die Kälte vor´s Tor und haben noch 20 Minuten auf das Taxi gewartet.
Die anderen mussten 6 km bergauf zum Cruz de Ferro laufen. Ein hartes Brot. Aber schon nach 2 km gab es die ersten Probleme, ich (Lena) verdrehte mir auf sonderbare Weise das Knie. So das ich nicht mehr weiter konnte und durfte, auch ich war total angepisst(!). Schumi rief Micha an der mich mit dem Truck abholte. Er fuhr mich zum Cruz de Ferro.

 

 

 

 

Da sollten sich alle treffen, aber auf einmal ging alles ganz schnell. Das Taxi war auch schon oben und Lara schrie nur die mit dem Taxi fahren müssten los! Wir alle dann zum Taxi gehetzt und weiter. Karl war nun auch mit von der Partie, da er selber meinte, es wäre besser für ihn zu fahren.
Die Landschaft war ein Traum, wir sind viel zu schnell vorbeigeprescht.  So nach der Hälfte der Fahrt überkam uns alle plötzlich die Müdigkeit und drei von uns schliefen ein.  Bis Karl uns weckte das wir da wären.
Nun kam der langweiligste Teil des Tages. Es war nämlich 11:30 Uhr und die Herberge öffnet erst um 14 Uhr. Also zweieinhalb Stunden chillen. Das hieß für uns schlafen, essen und Tagebuch schreiben, auf einem Parkplatz.
Nach 2 Stunden gingen wir schon mal in den Innenhof und setzten uns dort hin. Da kam vollllll die niedliche Katze an. Die haben wir dann erst mal voll gekuschelt. Auf einmal ging über Lautsprechen  Beruhigungsmusik an die uns alle total nervt weil sie immer noch läuft und uns total aggressiv macht. Um halb drei kamen endlich Lara und Micha und wir waren total erleichtert, dass wir endlich in die Herberge durften.

Uns war sooo langweilig das wir sogar schon den Truck ausluden und die Bettenverteilung übernahmen. Karl spielte uns ein bisschen was auf der Gitarre vor und wir haben Kekse gegessen
J.

Als endlich die Pilger kamen, haben sie sich total gefreut, dass sie ihre Sachen an ihren Betten vorfanden.
Um 18:30 Uhr gab es dann Essen. Die anderen erzählten von ihrem langen(34km)Weg. Von Cherry- Tomaten Feldern und der bezaubernden Landschaften und den ätzenden letzten Kilometern und noch vielem mehr. Vor 20 Minuten waren wir dann noch im Supermarkt und haben die Süßigkeiten Vorräte aufgefrischt. Während dessen sich manche dazu erweicht haben zu spülen. (:
Und nun sitzen wir hier im Keller wo sich unser Zimmer befindet und erzählen Euch von unserem Tag.
Die gehandicapten:  Lena Gallinat und Friederike Rummeni

     
 
 
 

 
     
 
   

 

 

 
Tagesbericht
18.10.2009: Ponferrada – Villafranca del Bierz

 

Aus dem Leben eines Pilgerstabs

Liebe Leserinnen und Leser, heute muss ich mich einmal zu Wort melden.

Da steht man also seit zweieinhalb Jahren in einer Ecke des Zimmers vor sich hin, erholt sich von den Strapazen einer vergangenen Pilgerreise und gedenkt eigentlich, den Rest seines Pilgerstablebens in Ruhe und Beschaulichkeit zu verbringen… und dann???!!!

Kommt doch mein völlig verrückter Zweibeiner auf die Idee: „Hey Pilgerstab, wir machen uns noch einmal auf den Weg nach Santiago de Compostela!“ – Ja geht´s denn noch? Gibt es nicht neue, viel jüngere und sportlichere Pilgerstäbe als mich? Wieso soll ich mich nochmal quälen lassen??? Mein Zweibeiner spinnt echt völlig und erzählt mir etwas von Tradition und „wir gehören doch zusammen“ – hey, ich bin im RUHESTAND!

Na ja, wie das Pilgerstableben so spielt – jetzt bin ich also wieder „on the road“. Wieder am Handgelenk meines Zweibeiners und wieder begleitet von jeder Menge anderer Zweibeiner mit ihren Pilgerstäben. Die jungen Kollegen also: nachdem sie mich alten Stab am Anfang etwas belächelt haben und ich mir Sprüche wie „Du alter Stab willst bis Santiago kommen?“ anhören musste, verstehen wir uns prima. Die Jungspunde haben mittlerweile gemerkt, dass es oft auch auf Pilgerstabroutine ankommt.

 

Waren doch viele am Anfang hektisch, wenn ihr Zweibeiner sie mal hatte stehen lassen, konnte ich beruhigen: „Die holen Euch wieder ab!“ – und genauso war es auch. Übrigens muss ich meinen etwas schusseligen Zweibeiner mal loben. Obwohl er Wurst, Käse, die Taschenlampe und beinah sogar seine Geldbörse vergessen hat, hat er mich bis jetzt noch nirgendwo liegen lassen – immerhin!

Kommen wir also zum harten Pilgerstaballtag. Heute hat mein Zweibeiner mich über 24 Kilometer gescheucht. Eigentlich war die Etappe ganz entspannt. Wir sind zwar mal wieder bei ziemlicher Kälte losmarschiert aber gegen Mittag setzte sich die Sonne durch und erwärmet den Pilgertag.

Heute haben wir ziemlich viele kleine Orte passiert und sind dann lange durch wunderschöne Weinanbaugebiete gelaufen. Wieder war der Himmel einfach nur blau und das Panorama gigantisch.

Jetzt hänge ich mit meinen Pilgerstabkollegen in der Pilgerherberge an den Betten und genieße den Feierabend. Morgen will mein Zweibeiner mich über einen der steilsten Anstiege der Pilgerreise treiben – ich erinnere mi: Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit und vor allem, am Gipfel hat mein Zweibeiner mich schon mal fast liege gelassen – na warte!!!!! Wir werden sehen…

Bis dahin grüßt Euch Euer Pilgerstab