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HAUPTSCHULE
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28.10.2009 – Ein Wort zum Schluss: Jetzt sitze ich Ende Oktober bei angenehmen 22°C in kurzer Hose und T-Shirt auf einer Mauer über dem Atlantik und lasse bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel die Beine quasi über dem Meer baumeln…. Das Schulprojekt 2009 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit für ein paar persönliche Worte. Zunächst einmal möchte ich allen Schülerinnen und Schülern, die sich auf dieses Projekt eingelassen haben meinen Glückwunsch und meine Anerkennung aussprechen. Ich formuliere das gerne noch einmal etwas salopp: Ich bin „saustolz“ auf diese Truppe! In den vergangenen Wochen hat sich wieder einmal gezeigt, zu welchen großartigen Leistungen Jugendliche fähig sind, wenn man sie dazu anspornt und ihnen etwas zutraut. Aus einem Haufen von Schülerinnen, Schülern und einigen Begleitern ist eine Gemeinschaft geworden, die diesen Namen wirklich verdient. Immer wieder wurden einzelne von der Gruppe aufgebaut, aufgefangen und ermutigt den Weg fortzusetzen, auch wenn „die Luft manchmal raus war“. Diese Truppe hat sich die noch folgenden Tage der Entspannung und vor allem das aktuell geniale Wetter wirklich verdient! Mein
Dank geht von hier aus an alle, die uns dieses Projekt ermöglicht haben.
Egal ob mit finanziellen Mitteln, mit Materialspenden oder einfach nur
mit den vielen guten Wünschen und der für uns zu spürenden Unterstützung
aus der Heimat: ohne Sie und Euch wäre dieses Projekt nicht zu
realisieren gewesen. So, und jetzt ist es genug der Lobhudelei! Holger wird sich noch zur „Rock´n Roll-Küche“ äußern und ich noch einige Fotos einfügen – dann wird dieses Tagebuch geschlossen und „gechillt“!!! Das Restprogramm:
Montag, 02.11., 17.00 Uhr gemeinsames Entladen des LKW auf dem Parkplatz des Gymnasiums …und
jetzt geh´ich baden! Bis „die Tage“, Ihr und Euer Schumi |
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Hell´s kitchen master of ceremony featuring the „las cucarrachas“- die Camino Küchenschaben. Rock´n Roll Küche…Leute vergesst Lichter, Lafer, Mältzer …hier wurde mit Kellen groß wie Radkappen, auf Höllenfeuern infernalen Ausmaßes und mit den Töpfen groß wie Ölfässern gesotten, gebraten und gewurstet. Einer Hospitalera stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben als wir mit unserem kleinen Besteck anrollten und so warf sie uns aus ihrer Küche. Also mussten wir eben den ganzen Krempel im Regen unter irgendeinem Wellblechverhau aufbauen. Spaßig waren auch die geschockten Menschen auf einem Kirchplatz vorm Portal. Wir hatten wieder kräftig konstruiert und justament wies man uns darauf hin, dass gleich wohl ein Leichenzug durch unsere Bratstraße marschieren würde. Also wurde mitten auf der Straße gekocht - die Hispanos witterten eine Fiesta und alles war muy bien. Im Augenblick sind ja „Blind Dinners“ angesagt - also essen im Dunkeln…, das ist alles nichts gegen „Blind cooking“- Du siehst nichts mehr, da deine Garinstrumente irgendwo auf einer Wiese ohne Licht stehen - und gekocht wird nach Geräusch. Im Ernst, Leute - es war echt nicht einfach. Wenn ich dran denke, wo meine Küche in den letzten vier Wochen überall gestanden hat und unter was für Bedingungen da manchmal Mahlzeiten fabriziert werden mussten, dann wundere ich mich echt, dass das irgendwie ging. Und Eure Kinder machen es einem nicht immer einfach: 16 Leute essen keinen Tunfisch, 23 keine Champignons, die Hälfte keinen Spinat und Sauerkraut ist persee totaler Mist… Ok- manches muss man wohl respektieren, aber das eine ums andere mal habe ich dann doch Missionsarbeit geleistet, um den Rahmen der akzeptablen Speisen zu erweitern. Manchmal war es echt zum Haare raufen: Also, ich bin den ganzen Tag gelatscht, bin „fettich wie Lachsbrötchen“ und die Hospitalera verbietet mir mal wieder in ihrer Küche zu kochen,- also bauen wir den ganzen Kram wieder auf dem Hauptplatz der Stadt auf. Der Regen sprüht so von rechts auf mein Gesicht…, alle anderen liegen im Warmen in ihren Schlafsäcken oder sind zum Duschen gegangen... plötzlich steht dann eines von unseren Mädels vor mir und sagt:“ Bohnen sind uncool- alle Mädchen finden Bohnen doof“. In solchen Momenten habe ich dann kurz über meinen bevorstehenden Sündenablass und die Wiedereinführung der Prügelstrafe nachgedacht. Manchmal war es nicht möglich, frische Waren einzukaufen und dann erzählen Dir Leute, dass es heute unbedingt Fleisch geben muss- da möchte ich sie gerne mit einem Offiziersmesser hinter dem nächsten Esel herschicken. Wenn es immer wieder Leute gibt, die dir dauernd erzählen, dass sie heute fast gar nichts essen möchten oder nur etwas Reis oder ein paar Nudeln und du aber weißt, dass sie am nächsten Tag viel Energie für eine lange Etappe brauchen, dann bringt dich das zum Nachdenken. Also es gab viel Salat, viel Gemüse, Fleisch und Fisch und wir haben versucht, unsere Sache so gut wie möglich zu machen. In den letzten Wochen haben wir ca. 1500 Essen gekocht- nicht nur für uns – sondern auch für so manchen dankbaren Pilger um uns herum. Die waren auch gerne bei uns zu Gast. Es gab viele nette Begegnungen, viel Erstaunen und Lob für unsere Logistik und viele erstaunte Gesichter. Mein ganz besonderer Dank gilt vor allen den unermüdlichen Jungs(!!), die immer bei Wind und Wetter mit mir das Höllenfeuer gehütet haben: Jan, Lukas, Christian und Nicolas. Aber auch den vielen anderen helfenden Händen. Besonderer Dank auch an Michael Lucks, der mit unglaublicher Geduld die großen Supermärkte gesucht und mit geräumt hat. Es grenzte schon an ein logistisches Wunder, alles inklusive dem Gepäck nach einem Einkauf zu verstauen. Zig mal am Tag mussten schwere Kisten verladen, hin und her geräumt und sortiert werden um irgendetwas zu finden. Ein totaler Knochenjob. Danke und herzlichen Gruß Holger Sieg |
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