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  Stoppenberger SchülerInnen auf dem Jakobsweg

Tagesbericht 09.10.2009: Calzadilla de la Cueza – Sahagún

(Text der Email: Guten Abend zusammen, ein trockener sonniger Tag fuehrte uns nach Sahagun. Wir naechtigen in einer alten ausgedienten Kirche ;-) LG Michael)

  
Nachdem wir gestern die 100km geknackt haben, sind wir nun weitere 24km näher an Santiago de Compostela!

Um 7h hat endgültig die Sonne gelacht, auch wenn wir alle schon vorher während der Nacht von so manchem Geschnarche und dem Krach, der vom Hospitalero veranstaltet wurde, wach geworden sind. Die Klamotten wurden schnell zusammen gepackt und um 8h war die Herberge leer gefegt. Nach dem Frühstück und der täglichen Morgenrunde ging es um 9:25h los.

Der Himmel war blau-grau, es war recht frisch aber die Stimmung war gut. Heute sind 3 Leute mit Sandalen gelaufen, weil wir keine Lust mehr auf die Wanderschuhe hatten. Sah spitze aus ;)

Die 6. Etappe verlief hauptsächlich an einer Schnellstraße, zwischendurch ging’s aber immer wieder durch die gewohnte Landschaft: Weite, trockene, braun-gelbe Felder. Um viele Kurven herum& über winzige Hügelchen.

Nach 2h und ca. 10km erreichen wir den ersten Treffpunkt, den Ortseingang von Carradillo de Templarios. Ein kleines Dorf mit kleinen Gässchen.

Die Sonne schien, aber es war immer noch angenehm kühl. Um ca. 13h wurde der 2. Treffpunkt erreicht, ein winziges Dörfchen mit dem Namen San Nicholas de real Camino.

 

 

 

 

  

Die restlichen Kilometer zogen sich an der Schnellstraße. Man konnte endlich Sahagún sehen, aber die schönen gelben Pfeile haben natürlich in eine andere Richtung, mitten in die Pampa gezeigt. Wir liefen den „Umweg“, wie wir alle fanden, um uns eine kleine Klosterruine im Vorbeigehen anzusehen. Endlich in der Stadt angekommen finden wir unsere Unterkunft für die heutige Nacht: Eine alte Kirche, deren obere Etage vollgestellt ist mit Hochbetten, die kleine Nischen bilden. Das Gepäck wurde wieder per Kette hochgetragen & überglücklich (!) haben wir festgestellt, dass die Duschen saukalt sind.

Am Abend wurde wieder lecker gekocht, zum großen Interesse vieler Spanier die sich gefragt haben, wer denn da auf der Straße am Fleischbraten war.

Nun haben wir uns in Grüppchen verteilt, hören Musik, quatschen und sind am chillen ;) Morgen geht es hoffentlich gut erholt weiter. Achja, auf einmal waren die Duschen warm. Das wurde von einigen sofort ausgenutzt ;)

Buenas Noches, Anna Hiegemann

     
 
 
 

 
     
 
   

 

Tagesbericht 10.10.2009: Sahagún – El Burgo Ranero

(Text der Email: ... leider klappt es erst heute, die Berichte der letzten 2 Tage zu senden. Auf dem Lande ;-) gibts halt nur Mobilfunk, kein Internet. Liebe Gruesse zum Nationalfeiertag aus der Stadt Leon
Lara, Anne, Markus, Arthur, Holger u. Michael)

 

Nachdem unsere Muskeln durch Massagen gelockert und die Beweisfotos gelöscht wurden, zogen wir mit ein paar Leuten los, um im Irish Pub eine Cola zu trinken ;).

In der Abendrunde kassierten wir wieder Lob und Tadel und gingen danach in eine alte Kirche in Sahagún, die zur Pilgerherberge umgebaut wurde. Wir hatten Glück, dass wir in kleinen Nischen schliefen, so mussten wir das Schnarchen und reden der Mitpilger nicht hören und konnten ruhig einschlafen.

Der nächste Morgen fing ganz entspannt um 7.30 Uhr mit dem Packen der Koffer an. Wir frühstückten im Freien, schmierten unser Lunchpaket, hielten die Morgenrunde und gingen los. Für den heutigen Tag standen 18 km an, eigentlich sollte es Berg auf und Berg ab gehen, davon merkten wir aber nichts.
 

Zu Anfang liefen wir ganz vorne, nach einer Zeit, als wir keine Lust mehr hatten, liefen wir beim roten Schlusslicht, machten ein Päuschen und boten  Arthur Chips an. Als wir unsere Musik rausholten, wurden wir immer schneller, motivierter und rasten an allen vorbei.

 

 

 

  

 

 

Auf dem Camino trafen wir Magdalena und Rike, mit ihnen dichteten wir schmutzige Lieder. Die Landschaft war relativ öde, es gab viele Felder und Straßen. Das Wetter war angenehm kühl, später kam die Sonne raus und vertrieb die dunklen Wolken. Gegen 14 Uhr kamen wir in El Burgo Ranero an, dort hatten Lara und Michael sich darum bemüht, eine Unterkunft für uns zu bekommen. Wie schon die Pilgergruppe vor 2 ½ Jahren sollten wir in einer Grundschule, in der Aula schlafen. Wir wuschen unsere Wäsche und unsere Haare im Waschbecken (für Duschen hatte die Schule kein Geld ;)).

Nach dem sättigendem Nudel-Gorgonzola-Spinatgericht holte Holger seine Gitarre raus, um unsere Ohren zu beglücken. Direkt scharte sich eine Menge Singlustiger um ihn herum und sangen mit. Andere vorbeilaufende Pilger stellten sich an den Zaun, tanzten und sangen ebenfalls mit. Viele verbrannten noch weitere Kalorien auf dem Fußball-/Basketballplatz. Wir hoffen, dass wir gut schlafen werden und wünschen euch Lesern eine gute Nacht.

 

Marie Mück und Hannah Raasch