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Am 30.10. fand für die Klassen 8 - 10 und am 31.10. für die Klassen 5 - 7 eine Schülervollversammlung statt, auf der u.a. über das Eine-Welt-Projekt im Jahr 2003 abgestimmt wurde. Die SchülerInnen entschieden sich mehrheitlich für die Unterstützung eines Projekts in Kolumbien. Pater Alfred Welker (Pater Alfredo) arbeitet dort seit über 20 Jahren in den Elendsvierteln der Millionenmetropole Cali. Hier wurde von ihm das Projekt "Die Kinder von Cali" ins Leben gerufen.
  Auf einer Begegnungsreise mit Jugendlichen hatte Alfred Welker das Elend der "Wegwerf-Menschen" von Cali gesehen - und er blieb dort. Er bezog eine der Bretterhütten in Aguablanca, ein riesiges Slumgebiet mit 600.000 Bewohnern im Süden von Cali. Zusammen mit den Slumbewohnern begann er die sumpfige Gegend trocken zu legen und er gründete die Pfarrei "El Señor de los Milagros" (deutsch: "Der Herr der Wunder"), eine soziale Kontaktstelle und religiöser Mittelpunkt. Hier versucht er, der Gewalt den Nährboden zu entziehen, indem er den Menschen Arbeit, Hoffnung und Bildung gibt.

  Wo Pater Alfredo vor 21 Jahren mit einer Bretterhütte im Sumpf von Aguablanca begann und das soziale Zentrum "El Señor de los Milagros" gründete, gibt es jetzt
  • 2 Kindergärten mit einer Kinderkrippe
  • 2 Schulzentren mit Vor-, Grund- und Fachschule, ein Gymnasium und ein Berufsbildungszentrum für 7.000 Kinder und Jugendliche
  • 45 Jugendgruppen
  • Gesundheitszentrum
  • zahlreiche Kleinunternehmen sind für die Zukunft des ganzen Sozialwerks von großer Bedeutung
  • einen bewirtschafteter Bauernhof für seine Sozialarbeit
 

Mord, Gewalt, Elend und Drogen bestimmen den Alltag der Kinder und Jugendlichen in Kolumbien. Besonders in den Slums der Großstadt Cali sind die Kinder oft unterernährt, krank und ohne Zukunftsperspektive.
Dank des Engagements von Alfred Welker und der Unterstützung aus Deutschland kann er den Kindern ein tägliches Essen, die notwendige medizinische Versorgung und eine Schulbildung geben. Die Ausbildung der Kinder ist besonders wichtig, da sie als Unterstützung zur Selbsthilfe das beste Mittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit, und für eine bessere Zukunft ist!
  Im Kindergarten und in der Kinderkrippe werden 450 Kinder und Kleinkinder betreut. Besonders die behinderten Kinder werden intensiv ergotherapeutisch behandelt. Sie bekommen hier täglich ein warmes Mittagessen. Dies ist oft die einzige Mahlzeit, die sie am Tag erhalten. Im Jahr kostet ein Platz im Kindergarten 10 Euro.
Die Vorschule bietet eine grundlegende Vorschulerziehung für die Kinder im Alter von vier bis sechs. Zur Vorbereitung auf die Schule malen und schreiben die Kinder auf Tafeln und in Bücher. In der Grundschule lernen sie neben den Standardfächern Grundkenntnisse über Hygiene und Handwerk. Bis zu 3300 Kinder aus dem Slumgebiet werden von 62 Lehrkräften unterrichtet. Für etwa 15 Euro im Jahr kann ein Kind am Unterricht der Grundschule teilnehmen und am Mittagessen teilnehmen.
Auf dem Gymnasium werden 3000 Jugendliche von 78 Lehrern unterrichtet. Im letzten Jahr haben allein 400 Jungen und Mädchen erfolgreich ihr Abitur gemacht. Neben dem Standardunterricht werden die Jugendlichen über Gewaltthemen und Verhütung aufgeklärt.

 

Außerdem lernen sie ihre erste Fremdsprache: Englisch. Ein wichtiger Teil des Lehrplans ist die praktische Berufsausbildung, die darauf abzielt, dass die Kinder selbstbewusst und selbstbestimmt ihr Leben in die Hand nehmen können. Die Chancen der Absolventen auf einen guten Arbeitsplatz erhöhen sich. In den Ausbildungszentren werden die Kinder immer wieder dazu angehalten, Eigeninitiative und Selbstständigkeit zu entwickeln, um später auf eigenen Füßen stehen zu können: Ihre Mütter können dagegen zum großen Teil weder lesen noch schreiben.

Weitere Informationen zu Pater Alfredo sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.die-kinder-von-cali.de
   

 
 
 

Auf seiner mehrwöchigen Reise durch Deutschland machte Pater Alfredo am 1.11.02 auch in der "Kernershow" Station und berichtete von seiner schwierigen und oftmals auch gefährlichen Arbeit in Cali.