HAUPTSCHULE AM STOPPENBERG
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Schulsanitäter am Stoppenberg

 

Unsere Schulsanitäter sind Mädchen und Jungen aus den Klassen 8 bis 10, die nach einem etwa einjährigen Erst-Helfer-Kurs in ihrer Freizeit eine erfolgreiche Prüfung abgelegt haben. Diese Ausbildung und Prüfung ist wesentlich umfangreicher und nicht mit dem zu vergleichen, was etwa im Rahmen der für die Ausstellung eines Führerscheins durchgeführten Kurse vermittelt wird. Zudem werden die Kenntnisse im Rahmen des Schulsanitätsdienstes (=SSD) (Freizeit-AG, donnerstags, 14 - 16 Uhr)  regelmäßig aufgefrischt und vertieft.

Der SSD ist eine deutliche Umsetzung des in unserem Schulprogramm genannten Ziels des „sozialen Lernens“ und sollte daher von der Schulgemeinde in jeder möglichen Weise unterstützt werden.
Fragen einer Haftung der Sanitäter oder der Schule bei „falscher Behandlung“ bzw. bei eigener Verletzung der Sanitäter werden sowohl von der Leitung des MHD als auch von Schulen, in denen dieser Dienst seit vielen Jahren durchgeführt wird mit dem Hinweis auf die sachgerechte

  

Ausbildung und auf die Funktion der „Erst-Hilfe“ beantwortet; jeder Mensch habe im Notfall diese Hilfe zu leisten, Fehler können ihm nicht vorgehalten werden. Vorzuhalten wären ihm lediglich Unterlassungen. (s. dazu auch „Rechtsfragen bei Erster-Hilfe-Leistung“, HVBG, Bonn, 1995)
Ihnen steht ein „Sanitätsraum“ neben der Schulküche zur Verfügung, der ausgerüstet ist mit den erforderlichen Materialien für die Ersthilfe. In diesem Raum dürfen sich jeweils nur zwei SanitäterInnen und die SchülerInnen aufhalten, die Erste Hilfe benötigen.

Organisiert und geleitet wird die Sanitätsgruppe von Frau Seiler und Herrn Volmer, die auch für Rückfragen gerne zur Verfügung stehen.

1. In welchen Fällen können unsere Schulsanitäter helfen ?

  • bei kleinen Wunden
  • akuten Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen, Verdacht auf Frakturen ....)
  • nicht zuständig sind sie bei: Unwohlsein, Kopfschmerzen usw.

Sie sind aufgrund ihrer Erst-Helfer-Funktion so ausgebildet und unterwiesen, dass sie jeden erforderlichen Fall zur ärztlichen Betreuung weiterleiten.

2. Zu welchen Zeiten können unsere Schulsanitäter helfen?

  • in den ersten Vormittagspausen
  • in der Mittagspause
  • bei Schulveranstaltung (Soli-Lauf, Sportfest, Wallfahrt 6, Nachtwallfahrt)
  • Nicht zur Verfügung stehen die Schulsanitäter i.d.R. während der laufenden Unterrichtszeit.

3. Wer hilft in den Fällen und Zeiten, in denen die Schulsanitäter nicht helfen?

  • Erste Anlauf- und Entscheidungsstelle sind die LehrerInnen (s.u.).
  • Während der Unterrichtszeit ist zweite Anlaufstelle für Erste-Hilfe-Fälle das Sekretariat bzw. der Hausmeister.
  • Im Einzelfall wird von diesen entschieden, ob die Schulsanitäter hinzugezogen werden.
  • Der SSD ist jeweils mit einem Handy ausgestattet, über das er im Notfall durch das Sekretariat zur Ersthilfe gebeten wird.

4. Welche Rolle spielen LehrerInnen in erforderlichen Hilfe-Situationen?

Sekretariat, Hausmeister oder Schulsanitäter sollten nur dann angesprochen werden, wenn erkennbar, ist, dass eine dieser Stellen helfen kann. In allen anderen Fällen können die Fach- bzw. Klassenlehrer direkt entscheiden ob

  • die/der SchülerIn weiter im Unterricht bleibt oder
  • zu einem Arzt bzw. nach Hause (KlassenlehrerIn)
geschickt wird.
    

      
Reportage aus dem RUHRWORT, 09.10.1999

Malteser: Probelauf für bundesweites Projekt an Essener Schule

Im Notarztwagen für den Ernstfall lernen

„Hey, was is'n hier los?" Verwundert laufen zwei Stoppenberger auf den Pausenhof. Inmitten des Schulgeländes der Essener Hauptschule im Bischöflichen Schulzentrum steht unübersehbar ein Notarztwagen - und zwar im absoluten Halteverbot. Ein Dutzend Schüler umringen das Gefährt bereits und verfolgen, wie ein Mitschüler auf einer Trage hochgefahren wird. Komisch nur, dass alle so gelassen wirken. Weder Blut noch Verletzungen sind zu erkennen - Fazit: „Is' nix passiert." Beruhigt verschwinden die beiden Jungen wieder. Schließlich handelt es sich hier doch gar nicht um einen "echten" Notfall - die AG "Abenteuer helfen" ist nur einmal wieder am Werk.
  Seit Anfang des Schuljahres proben die 16 Teilnehmer der Arbeitsgruppe, Mädchen und Jungen der Klassen sieben bis zehn, den "Ausnahmezustand". Konkret: Sie lernen, was bei einem Unfall zu tun ist, wie Erste Hilfe "funktioniert" und vieles mehr. Für die Siebtklässler ist der Unterricht noch verpflichtend, alle anderen Jungen und Mädchen machen freiwillig mit.
  Unterstützt und angeleitet werden sie bei ihren "Einsätzen" von Peter Richter und Ralf Walbaum, Ausbildungsleiter der Malteser (MHD) im Bistum Essen. Konzeption, Durchführung und Finanzierung liegen dabei in der Hand des Hilfsdienstes, der ein solches Projekt am Stoppenberg zum ersten Mal in Deutschland überhaupt realisiert. Bevor es zu diesem Testlauf kommen konnte, haben Fachausschüsse, Lehrkräfte und Pädagogen in der Kölner Zentrale der Malteser das entsprechende Programm über zweieinhalb Jahre hinweg entwickelt; künftig soll es auch anderen Schulen angeboten werden.
  Was das Projekt gegenüber verwandten Kursangeboten auszeichnet, ist die Tatsache, dass es weit über die Vermittlung von Erste-Hilfe-Fertigkeiten hinausgeht. „Natürlich wollen wir die Jugendlichen so fit machen, dass sie jegliche Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen,". sagt Walbaum. „Aber es geht uns vor allem auch um Werte-Entwicklung. Wir wollen die Jugendlichen motivieren zu helfen. Helfen soll für sie selbstverständlich sein.“ Voraussetzung dafür sei, die Schülerinnen und Schüler erst einmal darauf aufmerksam zu machen, was Hilfeleistung überhaupt bedeutet: Dass sie schon damit beginnt, jemandem die Türe aufzuhalten oder - ganz allgemein - die Augen nicht zu verschließen.

  In Fragebögen und Gesprächen machten sich die Kursteilnehmer darüber Gedanken, wann sie selbst Hilfe brauchten oder wann sie selbst eingegriffen und angepackt haben.
  Dann - endlich - ging es mit dem praktischen Arbeiten los. „Die Schüler fragten mich schon dauernd, wie das mit der Wiederbelebung geht, sie waren total neugierig", erinnert sich Walbaum.
  Erste Lektion: die sogenannte "BAP"-Methode. Die Abkürzung steht für "Bewusstsein", "Atmung" und "Puls", genau diese Faktoren muss der Ersthelfer im Notfall bei einem Verletzten der Reihe nach überprüfen.
  Eine Decke wird ausgelegt. Christoph Hamann spielt das Unfallopfer, Kollege Sascha Braun den Passanten. „Stell dich bewusstlos, ganz wie im Unterricht", fordert Walbaum den Scheintoten schmunzelnd auf. Gekicher. Der Passant spricht den am Boden Liegenden an - keine Reaktion. Dann rüttelt er sanft an seiner Schulter, vergeblich. Nun soll Sascha den Mundraum kontrollieren, damit der "Bewusstlose" einen vermeintlich vorhandenen Kaugummi nicht verschluckt. Die Haupt-Beteiligten finden das Spiel komisch, sie prusten los.
   „Aber Tote lachen doch nicht", mahnt Walbaum amüsiert. „Der hat aber Mundgeruch", entgegnet Sascha gegen besseres Wissen im Spaß. Immer wieder spielen verschiedene Paare die Situation durch. Auch proben sie, was sie am Telefon sagen müssen, wenn der Notdienst verständigt wird. „Die Schüler", begründet Walbaum die häufigen Übungen, „sollen so firm sein, dass sie im Notfall automatisch wissen, was zu tun ist."
  Was mit dem Opfer passiert, wenn der Rettungsdienst dann erst einmal da ist, erfahren die Jugendlichen im Inneren des Rettungswagens. Da gibt es Schränke mit Mullbinden, Kompressen und Verbänden; Beatmungsgeräte und sogenannte "stiff necks" - Halskrausen, die bei Schleudertrauma-Patienten angelegt werden. Ganz praktisch soll es auch zugehen, wenn in den nächsten Wochen Rettungswachen und Altenheime besichtigt werden, damit die Jugendlichen Einblick in verschiedene soziale Berufe erhalten.
  Höhepunkt ist aber wohl die Einrichtung einer schuleigenen Sanitätsstation, in der ausgebildete Schüler in Zukunft Bereitschaft leisten. Für Christoph Schmidt und Sascha Braun steht jetzt schon fest: „Als Schulsanitäter machen wir da später auf jeden Fall mit."
   


AUF DEM WEG IN DEN KRANKENWAGEN: Dominik Mordaß machte es sich auf der elektrisch betriebenen Trage bequem. Währenddessen erläutert der Malteser Peter Richter, dass die Trage auch in Schräglage gebracht werden kann, damit beispielsweise ein Patient mit Rückenverletzungen ruhiger liegt

 


  Abschlusszertifikat nach der einjährigen Ausbildung
     

   


     

Reportage aus der Schülerzeitschrift "Weite Welt" vom März 2001
   

Was ist zu tun, wenn zerschrammte Knie, Sonnenbrand und Hitzeschock Panik aufkommen lassen? In der Hauptschule am Stoppenberg, der Tagesheimschule des Bistums Essen im Essener Norden, weiß man Bescheid. Dort gibt es Schulsanitäter.
Das ist eine Gruppe von 14 Schülerinnen und Schüler, die in wöchentlichen Ausbildungsstunden zu professionellen Sanitätern ausgebildet wurden. Dabei lernten sie den Umgang mit behinderten Menschen oder wie man mit Schaulustigen am Unfallort fertig wird. Das Wissen um die Ausrüstung eines Krankenwagens war auch ein wichtiger Teil der Ausbildung. 
Geleitet wurden die Stunden von einem Ausbilder des Malteser-Hilfsdienstes. Die Schule sei ein guter Platz für die ersten Erfahrungen im Helfen, meint man bei den Maltesern.
Wichtig ist jedoch, dass eine solche Gruppe sehr gut organisiert ist, auch wenn sie "nur" an einer Schule im Einsatz ist. Der Sanitätsdienst wird in den Pausen streng nach Plan verteilt. Bei Unfällen sind die ausgebildeten Schulsanitäter in ihrer Entscheidung fei. Kein Lehrer darf in diese Entscheidungen "reinreden".


   Na, wie hoch ist die Herz-Frequenz? Bei einem Erwachsenen sind es 60-80  Pulsschläge in einer Minute

   

Auch bei einem Hitzeschock oder eine Hitzschlag wissen 
die geschulten Sanitäter was zu tun ist. 

"Warum wird dieses Programm mit den Jugendlichen überhaupt gemacht? Welchen Sinn und Zweck soll dieses Programm erfüllen?", wollten wir wissen.
Die Antwort der Verantwortlichen beim MHD ist ganz einfach: "Wir wollen bei den Jugendlichen die Bereitschaft zum Helfen in jeder Lebenssituation entwickeln. Und das lernt man auch schon, wenn man bei kleinen Wehwehchen beherzt und gut ausgebildet hilft."
FRANZ PELSTER

   

Ist der Verunglückte stark geschwächt oder gar in 
Lebensgefahr, so wird er auf der Trage weggebracht. 
Mit dem Rettungswagen geht es dann ins Krankenhaus.